Wienerliedersoul und siasse Tschick

Man kennt Wienerlieder, man kennt Liebeslieder, man kennt Soul und Blues. Und alles miteinander ergibt 5/8erl in Ehr’n. In der Kammgarn sorgte das fantastische Wiener Quintett Donnerstagabend für ein volles Haus, perfekte musikalische Unterhaltung und begeisterte Besucher.

 

Die charmanten Suderanten, bissigen Kommentatoren und Singersongwriter Max Gaier und Bobby Slivovsky wurden von Michaela Liebermann an der Gitarre, Clemens Wenger am Akkordeon und dem schönen Hanibal Scheutz am Kontrabass begleitet. Man stelle sich eine fabelhafte Combo mit herrlichem Wortwitz vor, die mal André Heller, mal Qualtinger, und sogar Peter den Großen interpretiert.

Mit Peter Alexanders „Es muss was Wunderbares sein“ brachten die 5/8erln sämtliche Herzen kitschfrei zum Schmelzen – denn hier passte der Groove, hier saß der Gitarrengriff. Selbst mit ihrer Interpretation von „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ schafften die Achterln puren Musikgenuss statt süßem Pick. Ob „Zwa Warme auf a Hoaße gengan“ oder das Fußballthema mit „Im Himmel samma Wödmasta“ besungen wird, Gesellschaftskritik trifft Sound, Witz trifft Soul.

Statt reinem Wienerlied-Recycling streute das famose Quintett schon mal einen Reggae ein, nach ein wenig Raunzen kam wieder ein Blues, dem sich das Publikum restlos ergab. „Und wann i Atmosphäre bin“ dann rauchma „Siasse Tschik“ – die einzigen Zigaretten, die sich ohne Gefährdung der Gesundheit einfach über das Ohr genießen lassen. Wer die 5/8erln in Ehr’n versäumt hat, kann sie im September im WIFI-Café bei Wolfgang Preuss hören. Hingehen, genießen, mitraunzen!

 

Eintrag vom 4. März 2011