Die Puppen erobern das Rheintal

Weil ich es schätze, die Puppen mag und die Arbeit des Vereines großartig finde: Das 24. Internationale Figurentheaterfestival „Homunculus“ findet vom 7. bis 15. Mai 2015 statt und besinnt sich heuer auf seine  österreichischen Wurzeln.

 

„Ein Heimspiel für die Österreicher“ nennt Intendant Pierre Schäfer (Theater Handgemenge, Berlin) das diesjährige Festival für „Puppen, Pointen und Poesie“, denn mehr als die Hälfte der Abende werden von österreichischen Produktionen bestritten. Beiträge für größere und kleinere Kinder werden in der Festivalwoche wieder zu Gast sein.

 

Traurige Aktualität mit Zawrel-Stück

Mehr Aktualität als geplant erhält das Festival durch das vor kurzem verstorbene einstige Spiegelgrund-Opfer Friedrich Zawrel. Zawrel (85) trug als Zeitzeuge zur Aufarbeitung der Verbrechen in der einstigen Heil- und Pflegeanstalt „Am Steinhof“ bei und enttarnte den NS-Arzt Heinrich Gross. Das Schuberttheater Wien brachte Zawrels Geschichte 2012 als Puppenspiel „F. Zawrel – Erbbiologisch und sozial minderwertig“ auf die Bühne und ist heuer bei „Homunculus“ zu Gast. Der Direktor des jüdischen Museums Hohenems, Dr. Hanno Loewy, wird dazu erläuternde Einführungsworte sprechen.

 

Neuerung beim Ems-Preis

Auch beim Ems-Preis gibt es Neues zu berichten. Der 2014 bereits zum siebten Mal vergebene Rudolf-von-Ems Preis wird in Zukunft alle zwei Jahre verliehen. “Das neue Intervall gibt einem größeren Kreis von Nachwuchspuppenspielern die Möglichkeit, mit ihren Abschlussarbeiten sorgfältig vorbereitet beim Wettbewerb um die beste Nachwuchstheaterproduktion mitzuwirken.” Die Vergabe des nächsten „Rudolf-von-Ems-Preises“ findet daher beim 25. Festival im Jahr 2016 (28. April bis 7. Mai) statt.

Mehr auf: www.homunculus.info

Eintrag vom 18. März 2015