Bälpmooslos und uhureguat!

Nichtschweizern das Phänomen Büne Huber zu erklären, ist nicht einfach. Genialer Songtexter und Bandleader einer Mundartrock- und Independentband (die nach einem Mülleimer benannt ist!) zu sein, ist eben ein ganz besonderer Status. Mit seinen Mannen von „Patent Ochsner“ füllt Mastermind Huber nicht nur die Schweizer Hallen, sondern beizeiten auch den Berner Bundesplatz wie im August 2010.

Wie weiland die Lieder von Mani Matter werden nun die Lieder von „Patent Ochsner“ lautstark und teils hymnenartig gesungen. Man denke nur an den Fernweh-Sehnsuchtssong „Bälpmoos“ oder „Scharlachrot“, Texte, die jedes Schweizer Kleinkind mitsingen kann. Das Schicksal der schönen „Ludmilla“, bei der die Sonne im Westen aufgeht oder der sensationelle „Bluetbullshitläärlaufmagerquark“, der jedem halbwegs mitdenkenden Medienkonsumenten aus der Seele spricht.

Mit der „W.Nuss vo Bümplitz“ schuf Büne Huber eines der größten Mysterien der Schweizer Liedgeschichte und es gibt noch weitaus mehr dreideutige Songtexte, die zwischen Humor und Melancholie, Gesellschaftskritik und Liebe angesiedelt sind. Feines Gespür, Wortwitz, klare Statements und eingängige Melodien mit schrägen Einsprengseln sind das Markenzeichen von „Patent Ochsner“.

 

Bockstößige Himbeerbuabe…

Nun ging Büne mit reduzierter Truppe und als „Meccano destructif Commando“ auf Beisltournee, um den „Nachtschattengewächsen“, früher hätte man sie die Lieder auf der B-Seite der Schallplatte genannt, mehr Raum zu geben. Das Unterfangen ist kein Leichtes – denn – lieber Büne! Es gibt keine unbeachteten Songs in deinem Repertoire! Das Publikum sang auch bei den „Nachtschattengewächsen“ lautstark mit und die Stimmung war weder gedämpfter, ruhiger noch leiser als bei anderen „Ochsner“-Konzerten.

Büne himself, behäbiger geworden und mit wachsendem Wohlstandsgürtel um die Mitte, rockt eben noch jede Bühne – ob groß oder klein. Zwei Stunden pure Musik – und sei sie auch mit einer Blechgießkanne und einem Banjo erzeugt – gute Texte und eben Mundartrock vom Feinsten. Uhureguat! Büne, auch ohne „Bälpmoos“ werden du und deine Songs nie zu „Nachtschattengewächsen“. Nicht um sonst habe ich auf dem Weg zum Standesamt die Ausstrahlung von „grüens Liacht“ im Autoradio als positives Zeichen gewertet. Seither lebe ich immer mit einem Fuß im „Honigmelonenmond“… Büne sei Dank!

 

http://www.patentochsner.ch/konzerte.php

http://www.youtube.com/watch?v=CME6FG-fyEU

Eintrag vom 2. März 2011